Hakomi - Körperpsychotherapie


Hakomi wurde in den 70er Jahren von Ron Kurtz gegründet und ist ein körperbezogenes, tiefenpsychologisch fundiertes  Therapieverfahren. Das Wort “Hakomi" hatte Ron Kurtz geträumt und er entdeckte danach, dass das in der Sprache der Hopi-Indianer eine Frage und gleichzeitg eine Antwort bedeutet: “Wer bist du? - Der, der du bist!". Er  fand das so bezeichnend für seine Methode, dass er ihr diesen Namen gegeben hat.

Die Grundlagen von Hakomi

Innere Achtsamkeit
Normalerweise befinden wir uns im Alltagsbewusstsein. Von da aus denken und handeln wir, unsere Erfahrungswerte fliessen uns ständig zu und lassen uns viele Dinge automatisch und mit geringem Energieaufwand tun. Das ist für viele alltägliche Dinge wie z. B. das Autofahren oder Zähne putzen auch sehr sinnvoll. In psychischen Belangen entstehen aber durch solche Automatismen auch Probleme, weil wir uns nach alten unbewussten Mustern verhalten, die manchmal für die aktuelle Situation nicht mehr angemessen sind. Um diese zu untersuchen, gehen wir in der Therapie in einen Bewusstseinszustand, den wir “die Innere Achtsamkeit" nennen. Man könnte ihn beschreiben mit: Genauem Hinspüren, Langsamer-Werden, Bewertungen loslassen und sich neugierig, interessiert und entspannt sich selbst zuwenden. So wird es möglich destruktive Glaubenssätze wieder wahrzunehmen und eingeschliffene, ungesunde Verhaltensweisen  in ihrer Tiefe zu verstehen.

Gewaltlosigkeit
Menschen verfügen über eine Reihe von Mechanismen, um Einflüsse von aussen abzuwehren  und sich zu schützen. Es ist erschöpfend und schwierig sich mit diesen Mechanismen auf ein Ringen einzulassen. Vieles geht leichter und schneller, wenn wir beispielsweise die Abwehr unterstützen und so der Beobachtung zugänglich machen. Mit einer gewaltlosen Haltung laden wir das Unbewußte zur Kooperation ein. Dies ist sehr entscheidend, denn das Unbewußte bestimmt, was in einer Sitzung möglich ist und was nicht. Erst wenn es sich in der therapeutischen Beziehung sicher fühlt, werden die empfindlichsten Informationen freigegeben.

Körperbezogen
Der Körper ist eines der besten Mittel, die Selbstorganisation eines Menschen im gegenwärtigen Erleben zu untersuchen und zu verstehen. Wie wir uns als Ganzes in unserem Verhalten, in Gefühlen, Erinnerungen und Sichtweisen organisieren, einschließlich all dem, was uns nicht bewußt ist - der Körper spiegelt es wieder. Darum ist so wertvoll, seiner Sprache lauschen zu können und sie zu verstehen. Wichtiges Material wird so unmittelbar zugänglich und erlebbar.
Auch körperliche Beschwerden können auf diese Art und Weise untersucht und in der Tiefe verstanden werden. Oft “antwortet" der Körper  auch auf diese spezielle Art der Zuwendung und Symptome werden schwächer oder klingen ab.

 Kleine "Experimente"
Über sich selbst und seine Themen nur zu sprechen hat seine Grenzen. Oft ist das Fühlen und Erleben entscheidender. Deswegen “übersetze" ich  angesprochene Themen gerne in eine jetzt erlebbare Situation. Das kann so aussehen, dass eine besprochene Person durch ein Kissen symbolisiert und dann direkt angesprochen wird, oder eine unbewußte, bedeutungsvolle Geste wird aufgegriffen, verlangsamt, nochmals durchgeführt und untersucht, oder die Therapeutin spricht Sätze aus von einer inneren Stimme, die in der Klientin immer wieder auftaucht, oder ein Klient, der im Kontakt ist mit einem sehr verschüchterten Inneren Kind, versteckt sich unter einer schützenden Decke, ... die Möglichkeiten sind unendlich. Es ist spannend und viele Grundmechanismen offenbaren sich wie von selbst, wenn wir uns auf die Erfahrung einlassen, das Erlebte genau zu untersuchen und mit dem Gesamtsystem der Psyche in Beziehung zu setzen.

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